Das Projekt ist das erste größere Vorhaben in Brandenburg, das gezielt Unterstützung für Betroffene von Female Genital Mutilation/Cutting (FGM/C) anbietet. Besonders im Fokus stehen junge Frauen und Mädchen bis 27 Jahre, deren Familien aus Ländern stammen, in denen FGM/C weiterhin praktiziert wird, darunter Somalia, Sudan, Eritrea oder Äthiopien. Schätzungen zufolge leben derzeit rund 1.500 betroffene Frauen und Mädchen in Brandenburg; etwa 300 Mädchen gelten als gefährdet. Viele der jungen Frauen und Mädchen leben in engen sozialen Gemeinschaften. Das Projekt setzt daher bewusst auf einen communitybasierten Ansatz, der nicht nur Betroffene anspricht, sondern auch Familien und soziale Netzwerke einbezieht.
Ziele des Projekts
Zentrales Ziel von FATUSH ist es, über die gesundheitlichen, psychologischen und sozialen Folgen von FGM/C aufzuklären und betroffene sowie gefährdete Mädchen und junge Frauen zu stärken. Durch gezielte Präventionsarbeit soll der weiteren Verbreitung von FGM/C in Brandenburg nachhaltig entgegengewirkt werden. Dazu schafft das Projekt sichere Räume für Austausch und Empowerment. In Workshops, Gesprächsformaten und gemeinsamen Aktivitäten können sich Teilnehmerinnen Erfahrungen teilen und Unterstützung erhalten. Die Angebote werden von Fachexpert*innen begleitet und berücksichtigen den sensiblen Umgang mit möglichen Retraumatisierungserfahrungen.
Projektmaßnahmen
- Empowerment & Austausch: Workshops und geschützte Begegnungsräume für betroffene und gefährdete Mädchen und junge Frauen
- Multiplikatorinnen-Training: Interessierte Teilnehmerinnen können sich zu „Community Ambassadors“ weiterqualifizieren, um selbst Aufklärungsarbeit in ihren Communities zu leisten
- Community-Aktivitäten: Gemeinsame Projekte, Exkursionen und Austauschformate
- Kreative Aufklärung: Entwicklung eines Comic-Buchs, das die Geschichten von Betroffenen sensibel und niedrigschwellig darstellt
- Öffentliche Veranstaltungen: Ein großes Community-Festival und weitere Events sollen den gesellschaftlichen Dialog über FGM/C stärken
- Fachkräfte-Sensibilisierung: Schulungen für Mitarbeitende in Behörden, sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen.
Ein besonderer Fokus liegt auf kleineren und ländlichen Regionen Brandenburgs, in denen größere Flüchtlingsunterkünfte bestehen und Beratungsangebote bislang nur begrenzt verfügbar sind.
Für die Umsetzung arbeitet das Projekt eng mit sozialen Organisationen und Fachstellen zusammen und entwickelt gemeinsam Konzepte zum Schutz der Teilnehmerinnen, insbesondere im Hinblick auf den sensiblen Umgang mit traumatischen Erfahrungen.
Gefördert von Aktion Mensch

In Kooperation mit: Der Paritätische Brandenburg, Terre des Hommes, Landesjugendring Brandenburg, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Unterstützende Partner: AWO Interkulturelles Familiencafé, pro familia, Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V., VENROB e.V., BBAG e.V.